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25. März 2019

Warum Berufe nicht gewählt werden – BIBB-Studie betont Bedeutung der sozialen Anerkennung

Selbst wenn ein Beruf ihren Tätigkeitsinteressen entspricht, neigen viele Jugendliche dazu, ihn bei ihrer Berufswahl fallenzulassen, wenn er ihnen nicht genügend soziale Anerkennung zu vermitteln scheint.

Darüber hinaus können ungünstige Rahmenbedingungen während der Ausbildung oder ungünstige Arbeitsbedingungen weitere Gründe dafür sein, einen als interessant wahrgenommenen Beruf auszuschließen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die im Forschungsprojekt "Bildungsorientierungen" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) entstand.

Anlass für die Studie war das Problem vieler junger Menschen, ohne Ausbildungsplatz dazustehen, obwohl die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze steigt.

Angebote der Berufsorientierung, die auf eine Ausweitung des Berufswahlspektrums zielen, waren bisher nur bedingt erfolgreich. Viele Jugendliche klammern bestimmte Berufe einfach aus, z. B. in der Gastronomie, in Teilen des Handwerks oder in der Pflege.

Wie kommt der Beruf im sozialen Umfeld an?

Die BIBB-Studie fragt, warum Berufe nicht gewählt werden. Die Nichtwahl von Berufen folgt den Ergebnissen zufolge offenbar anderen Logiken als die Wahl eines Berufs. Als besonders relevanter Faktor erweist sich die Erwartung einer mangelnden sozialen Passung: Wenn Jugendliche meinen, in ihrem sozialen Umfeld mit einem bestimmten Beruf nicht gut anzukommen, beziehen sie diesen Beruf nicht mehr in ihre Berufswahl ein – und zwar auch, wenn die Tätigkeiten des Berufs mit ihren eigenen Interessen übereinstimmen.

Neben fehlender sozialer Passung und ungünstig wahrgenommenen Rahmenbedingungen eines Berufs spielen auch erwartete Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden eine Rolle oder auch die Einschätzung, was einen in einem Beruf erwartet.

Daher gilt es, so eine zentrale Schlussfolgerung der BIBB-Studie, in Angeboten der Berufsorientierung Ansehen und soziale Wertschätzung von Berufen mit jungen Berufswählern konsequent zu reflektieren und dabei gerade solche Faktoren in den Blick zu nehmen, die zu einem Ausschluss von Berufen führen können - und nicht nur solche, die Berufe attraktiv machen.